Werbung auf Instagram richtig kennzeichnen

Werbung und Namensnennung - haben Sie es gekennzeichnet?

Im folgenden Beitrag erläutern wir für Sie das Thema der bezahlten und unbezahlten Werbung und deren Kennzeichnung. Ein Thema, welches bis heute noch nicht hundertprozentig festgelegt wurde. Dennoch möchten wir Ihnen die wichtigsten Punkte näherbringen.

Achtung, Werbung! Oder doch nicht?

Ob Influencer oder nicht. Das Münchner Landgericht hat klar festgelegt, dass ein Urteil keine Allgemeingültigkeit für alle Influencer hat. Jeder Account ist differenziert zu betrachten. Deshalb müssen auch Micro-Influencer und Privatpersonen einen Beitrag mit Werbung kennzeichnen, wenn hierfür eine Gegenleistung erfolgt. Diese kann auch in Form einer Überlassung des Testgegenstands sein. Fakt ist also, dass wenn ein Post eine Gegenleistung einbringt, dieser auch gekennzeichnet werden muss.

Gegenleistung hin oder her. Auch wenn Sie auf Ihrem Bild, welches Sie posten, Unternehmen oder andere Marken ohne Gegenleistung verlinken, müssen Sie es kennzeichnen.

Kommen wir nun zum Punkt, wie Sie das am besten machen. Laut kürzlicher Rechtsprechungen, reicht es nicht aus, ein Beitrag mit #ad, #werbung oder „sponsored by“ zu kennzeichnen. Entweder am Anfang oder am Ende Ihres Posts sollten sie ersichtlich die Begriffe „Werbung“, „Anzeige“, „Namensnennung“ oder „Marketingnennung“ verwenden, je nachdem, welches dieser Begriffe zutreffend ist. Sollten Sie hierfür keine Gegenleistung bekommen, verwenden Sie den #unbezahlt oder schreiben „unbezahlt“ direkt vor der Nennung.

Dauerwerbesendung

Jedes Unternehmen hat eine eigene Webseite, auf welcher die Werbung oder Verlinkung nicht gekennzeichnet werden muss. Die Webseite eines Unternehmens gilt als „Dauerwerbesendung“ Das müsste der User wissen können. Laut Medienanwalt Stefan Schicker, gilt für den Firmen-Instagram-Kanal das gleiche wie auch für die eigene Webseite. Ebenfalls zählen auch die anderen Social-Media-Kanäle der Unternehmen dazu. Sie sind Kanäle der Unternehmenskommunikation und somit Werbung. Allerdings gilt es nur wenn es keine Gegenleistung dafür gibt. Sollten Sie eine Gegenleistung für Ihren Beitrag oder die Verlinkung bekommen, muss diese als Werbung gekennzeichnet werden.

Eine hohe Follower-Zahl, öffentliches, verifiziertes und mit blauen Hacken versehenes Profil, kann auch bei Influencern ein Indiz zur unternehmerischen Handlung sein. In einem Fall einer Abmahnung wegen Schleichwerbung durch den Verband Sozialer Wettbewerb gegen Cathy Hummels, lautete die Urteilsbegründung des Münchner Landgerichtes wie folgt (Az. 4 HK O 14312/18). Es müsse schon aufgrund der hohen Follower-Zahl klar sein, dass es sich nicht um wirkliche Freunde handele, sondern dass kommerzielle Zwecke dahinter stünden. Eine solche Zahl von Freunden „schafft kein Mensch“, sagte die Vorsitzende Richterin Monika Rhein. (Quelle: tagesspiegel.de)

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Mitarbeiter und ihre Accounts

Bei den privaten Accounts kann sich der Mitarbeiter im Rahmen der Meinungsfreiheit positiv äußern, ohne seinen Beitrag mit Werbung kennzeichnen zu müssen. Bekommt er aber eine Gegenleistung für den Post, dann besteht eine Kennzeichnungspflicht.

Wenn sich aber die Mitarbeiter beruflich äußern, sollte für den User ein kommerzieller Zweck erkennbar sein. Schließlich bekommt der Mitarbeiter eine dauerhafte Gegenleistung für sein Tun.

Drei Formen der Werbung, die Sie unbedingt kennen sollten.

Wenn Ihnen ein Unternehmen ein Produkt schenkt oder eine Anwendung kostenfrei zur Nutzung überlässt, damit Sie im Gegenzug darüber erzählen, ist das Werbung. Diese muss unbedingt gekennzeichnet werden.

Sollten Sie eine andere Form der Gegenleistung von einer Firma erhalten, die zwar nicht monetär geleistet wird, die aber an einen Post bei Instagram oder anderen Social-Media-Plattformen geknüpft ist, handelt es sich um eine Kooperation und damit um Werbung. Das kann z. B. auch bedeuten, dass die Firma im Gegenzug auf ihrem Profil für ihre Posts wirbt oder Ihre Follower einen Rabatt erhalten.

Wenn Sie sich ein Produkt selbst und freiwillig gekauft haben und positiv darüber berichten möchten, dann regt das unter Umständen andere Nutzerinnen und Nutzer zum Kauf an. Damit ist es Werbung und muss gekennzeichnet werden.

Unser Fazit

An sich können die Social-Media-Kanäle als digitale Verlängerungsarme Ihrer Webseite gesehen werden, womit Ihr Unternehmen im Netz wirbt. Dennoch ist es ratsam, bei Produktvorstellungen auf Nummer sicher zu gehen und diese entsprechend zu kennzeichnen. Sobald Sie eine Gegenleistung bekommen müssen Sie zwingend mit Werbung kennzeichnen. Sobald Sie ihr Unternehmensprofil auf Instagram haben lassen Sie sich mit dem blauen Hacken verifizieren, um nach außen hin kommerziell zu wirken.

Ebenfalls ist es ratsam bei einer Zusammenarbeit mit einem Influencer darauf zu achten, dass auch dieser richtig kennzeichnet. So geraten Sie nicht in ein schlechtes Licht, falls ihr Influencer abgemahnt wird.

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