Break-Even-Point: So berechnen Sie die Gewinnschwelle in der Gastronomie und Hotellerie

Michael Noel | 12.10.2020 | 4 Minuten

Profitabel seit Tag eins. Wissen Sie ab wann Ihr Unternehmen die Gewinnschwelle überschreitet? Schon klar – Sie machen Umsatz und an einigen Tagen sogar so gut, dass der Abend auf jeden Fall mit einem oder auch zwei Gläser Wein erfreulich beendet wird. Was bleibt jedoch am Ende des Monats übrig? In den meisten Fällen ist diese Kennzahl so lange unbekannt, bis der Steuerberater einschreiten muss. Im folgenden Beitrag erklären wir die Errechnung des Break-Even-Points.

Hervorragender Umsatz und seine Tücken

Kurz erklärt: Ein Unternehmen muss nicht nur Umsatz machen, sondern auch nach Abzug aller Kosten noch Gewinn erwirtschaften. Deshalb sind eine gründliche Kalkulation und Controlling unabdingbar in Ihrem Finanzplan. Der Break-Even-Point, auch als Gewinnschwelle bekannt, zählt ebenfalls dazu.

Kennen Sie das? Monatsanfang – man merkt, dass die Menschen ihren Lohn bekommen haben und Ihr Restaurant füllen. Der Monat läuft, trotz beschwerlichen Gegebenheiten, mehr oder weniger gut. Dennoch ist es nicht nur für Ihr Gewissen, sondern auch für die wirtschaftliche Stabilität von Vorteil zu kennen, ab wann Gewinn erwirtschaftet wird und alle Kosten gedeckt sind.

Normalerweise wird der Break-Even-Point als Kennzahl für ein ganzes Geschäftsjahr herangezogen. Generell lässt sich, dank dem Break-Even-Point, das Wirtschaften besser steuern. Denn wenn die Gewinnschwelle bekannt ist, wirtschaftet man nicht im Dunkel. Nicht nur in aktuellen Zeiten, sondern auch in der Zukunft ist es empfehlenswert, den Break-Even-Point monatlich zu betrachten, da auch die Auslastung eine monatliche Variable ist. Sie sind flexibel und in der Lage schneller handeln zu können. Beispielsweise erreichen Sie unter normalen Bedingungen nach 15 Arbeitstagen die Gewinnschwelle und landen in der Gewinnzone. Jetzt erkennen Sie aber, dass dies nicht mehr möglich ist und bleiben in der Verlustzone. Jedoch haben Sie so noch bis Monatsende die Entscheidungsmacht zu handeln.

Den Break-Even-Point berechnen

Kommen wir direkt auf den Punkt, im wahrsten Sinne des Wortes und erklären die Berechnung.

Break-Even-Point Formel:

Gewinnschwelle = Fixkosten / durchschnittlicher Deckungsbeitrag pro Gast

Die Fixkosten im Monat teilen Sie durch den durchschnittlichen Deckungsbeitrag pro Gast. So erhalten Sie Ihre Gewinnschwelle. Der Deckungsbeitrag errechnet sich durch durchschnittlichen Umsatz minus die durchschnittlichen Kosten pro Gast (in diesem Beispiel).

Nun wissen Sie wie viele Gäste bei Ihnen im Restaurant gewesen sein müssen, um mindestens alle Kosten gedeckt zu haben. Sie können auch, wenn es für Sie einfacher ist, den durchschnittlichen Deckungsbeitrag pro Tisch verwenden. Danach wissen Sie, wie viele Tische belegt sein müssen, um die Gewinnschwelle zu erreichen. Zur Veranschaulichung haben nachfolgend wir ein Diagramm abgebildet.

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Break-Even-Point kann nicht erreicht werden

Wenn Sie die Gewinnschwelle bis Monatsende, aufgrund eines schwachen Monats, nicht erreichen, ist es nicht tragisch. Bis Ende des Jahres ist ja noch Zeit. Jedoch sollten Sie die Situation hinterfragen. Haben Sie jedes Jahr um diese Zeit einen schwachen Monat oder liegt es an der aktuellen Ausnahme-Situation? Kommt es jedes Jahr vor, brauchen Sie sich nicht zwingend den Kopf zerbrechen. Jedoch sollten Sie in der jetzigen Corona-Phase das Konzept, die Struktur und Ihre Strategie hinterfragen. Es gibt viele Wege um neuen Umsatz trotz Einschränkungen zu generieren. Beispielsweise:

Ob Sie nun alle Beispiele angehen oder erstmal nur eines: Dies müssen Sie individuell für Ihr Unternehmen entscheiden. Wichtig hierbei ist, dass Sie sich entscheiden auch wenn eine Investition schwerfallen würde. Sollten alle Maßnahmen hoffnungslos sein, müssen Sie die Entscheidungen rational und nicht emotional treffen. Schließlich geht es um Ihre Existenz in der Gastronomie und Hotellerie.

Fazit

Leider müssen wir auch unangenehme Themen ansprechen, da uns nicht nur die Unternehmen in der Gastronomie und Hotellerie, sondern auch die Menschen dahinter wichtig sind. Nutzen Sie die Kennzahl vor allem in den Wintermonaten dazu, um zu sehen, wie stark die Einbußen Sie treffen könnten. Lassen Sie nichts unerwartet zu. Wenn Sie Hilfe brauchen, um bis Jahresende das Geschäft anzukurbeln, melden Sie sich bei uns, wir helfen Ihnen gerne und mit Erfolg weiter.

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